PlaygroundMARSEILLE

Marseille

It was on NineEleven in Marseille 2016 when the visitors of the festival Travellings rejected the proposals of the artists to fold lifesize paper planes to attack giant origami towers. They decided to fold heaven and hell, ships, cars and as swimming pool as symbols of a peaceful urban socity. The people brought own origami instructions and their imagination into giant shape ignoring permanent advices by the artists to accept the artist’s original intention. Only at the end of the festival a group of experts of origami followed the artist’s instructions merciful.

Es war am NineEleven in Marseille 2016 als die Festivalbesucher des Festivals Travellings die Anweisungen des Künstlers, lebensgroße Papierflieger in riesige Origamitürme fliegen zu lassen, ignorierten. Das Publikum entschied sich stattdessen, lieber Himmel und Hölle, Schiffe, Autos und ein Swimming Pool als Symbole des friedlichen urbanen Zusammenlebens zu falten. Sie brachten eigene Vorstellungen und Origami-Faltanleitungen in lebensgroße Modelle, die permanenten Handlungsanweisungen des Künstlers missachtend. Nur eine Gruppe von Origamiverständigen Besuchern faltete am Ende des Festivals einen lebensgroßen Papierpanzer.

Marseille2DSC02044 DSC02046IMG_4187

 

to the world´s end

… Als ich am 14.01.2015 in Sri Lanka mit meinem Papierschiff in einem Haufen Plastikmüll an den Strand gespült wurde, musste ich mir überlegen wie die Reise weitergehen sollte. An einem Strand, der inzwischen den westlichen Surfern gehört, die dort ihre Wintermonate auf einem Surfbrett verbringen, trifft man nur in den frühen Morgenstunden auf die Fischer, denen der Strand wohl ursprünglich gehörte. So saß ich jeden morgen ab 4.30 Uhr in der Fischerhütte und versuchte den Fischern mit Händen und Füßen und einem kleinen Modell eines Papierschiffes zu erklären, dass sie mir helfen müssen, ein weiteres Papierschiff zu falten, damit ich meine Rückreise nach Deutschland antreten könne. Am 4. Tag holten sie endlich einen Cousin von Babbi, einem der Fischer von Hikkaduwa, der ein bisschen english spricht. Nach weiteren 3 Tagen in der Fischerhütte erklärten sie sich bereit, mir zu helfen. So falteten wir am nächsten Sonntag gemeinsam mit Fischern und Surfern ein 9 m langes Papierschiff. Die Fischer sorgten sich gemeinsam mit den Surfern um die Stabilität des fragilen Vehikels. Damit das Schiff die 8 m hohen Wellen am Strand von Hikkaduwa übersteht, schickten sie einen von ihnen in den Dschungel, um Bambusstäbe zu schlagen, die anschließend in die Bordwände eingefaltet wurden. Jemand anderes bracht Styropor zu Stabilisierung des Bodens. Ein Dritter besorgte ein paar Latten und Sisalseile, um ein Gerüst in die Faltungen einzuschlagen. So konnte die Reise weitergehen …

 

IMG_4025

IMG_1721

IMG_1629

IMG_3937

Coastal Currents 2014

St.GermansLaunch

IMG_1958
Coastal Currents 2014

 

2

 

Refugee Origami Camp Brussels

August/September 2014, Place du Beguinage/Le petit Château
Festival Signal – urban interventions, Festival Kanal – playground
performative installation of folded paper houses in the center of the city of Brussels
performative Installation von faltbaren Papierhäusern im Stadtraum von Brüssel

Belgrade Wall

Zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls in Berlin wurde Belgrad durch eine „über Nacht“ erstellte, monumentale Pappkopie des eisernen Vorhangs auf dem Platz der Republik in Belgrads geteilt. Der Grenzwall, der den nördlichen Teil der Stadt entlang der Mauerachse vom südlichen Teil isolierte, wurde von Bürgern der Stadt aus faltbaren Pappziegeln und Leim errichtet – andere Bürger beteiligten sich, indem sie die Mauer wieder abbauten, Material entwendeten oder anderweitig zu verhindern suchten. Der politischen Situation Deutschlands vor dem Mauerfall am 9.11.1989 entsprechend trennte die Stadt Belgrad das Bollwerk symbolisch in zwei Sektoren. Mit der Fertigstellung des Schutzwalls wurde die Grenze geschlossen, Grenzpolizisten sicherten die Staatsgrenze und informierten über die neue politische Situation Serbiens. Über die Stadt verteilt entstanden von Bürgern der Stadt erbaute weitere Grenzwälle, die von anderen Bürgern wieder abgebaut wurden. An der Mauer kam es zu Demonstrationen der lokalen ANTIFA-Bewegung, zu nationalistischen Versammlungen, Treffen der Kriegsveteranen und Demonstrationen für einen Wiederaufbau der DDR. In den Medien wurde ein Diskurs über weiterhin präsente „Mauern in den Köpfen“ der Bevölkerung im Schmelztiegel des Balkans angestoßen. Die Belgrader Mauer fiel in der Nacht zum 10.11.2009 angeblich durch einen Schneesturm.

 
BelgradeWall1
DSC_6721

DDRDemoBelgrad
BelgradeWall10.11.2009

Peacemaker : LEOrigamiPARD 3

Im Februar 2011 erhielten Unicef, ProAsyl, der deutsche Flüchtlingsrat, The Voice, Karawane und andere öffentliche Flüchtlingsorganisationen eine Einladung zur Teilnahme an einem Kunstprojekt, um auf die immer dringlicher werdende Lage von Flüchtlingen jenseits der üblichen politischen Diskussionsfelder durch die Kunst aufmerksam zu machen.
Im Dezember 2010 erhielt der Kommandeur 1. PzDiv. der Bundeswehr in Hannover einen Brief mit der Frage nach dem Interesse einer Kollaboration zwischen Kunst und Militär zur Herstellung des lebensgroßen Faltpanzers „LEOrigamiPARD 3“ im fernöstlichen Kunsthandwerk Origami.

Anfrage-1.Panzerdivision-Hannover

Im Januar 2011 erklärte sich das Bundesministerium der Verteidigung nach einer Einladung zur Projektvorstellung im Bendlerblock in Berlin bereit, das Projekt zu unterstützen und erließ im Anschluss einen Befehl zur Durchführung der Faltübung mit Soldaten der Bundeswehr.

BefehlBundesministeriumDerVerteidigung

Zunächst wurde nach Möglichkeiten gesucht, das Projekt möglichst öffentlichkeitswirksam durch eine Faltübung von Soldaten vor dem Reichstag zu inszenieren, nachdem in den Medien über eine bevorstehende Leopard 2-Lieferung nach Saudi-Arabien berichtet wurde, verlagerte man den Origami-workshop der Soldaten in die Julius-Leber-Kaserne nach Berlin-Reinickendorf, wo unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Faltungen durchgeführt wurden. Am 9. Juli 2012 wird der LEOrigamiPARD III durch Soldaten der Bundeswehr vor dem Militärhistorischen Museum aufgestellt, wo er im Rahmen der Museumsnacht Dresden am 14. Juli der Öffentlichkeit präsentiert und übergeben wird. Während „LEOrigamiPARd 3“ Teil der Sammlung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden wird, wird der von Kriesgsflüchtlingen aus Somalia, Afghanistan und Irak in der alten Desinfectionsanstalt in Berlin-Kreuzberg gefaltete lebensgroße Papierpanzer „Peacemaker“ nach Beschwerden der Nachbarn von der Berliner Stadtreinigung entsorgt.
6
_MG_1909
_MG_0168 2

IMG_0003
IMG_0476
IMG_0707
IMG_0746

AcropoLinz

AcropoLinz, 2009
Cardboard, 24,35 x 10,6 x 5,10 m, scale approx. 1:2
AcropoLinz, 2009
Pappe, 24,35 x 10,6 x 5,10 m, Maßstab ca. 1:2

„AcropoLinz“ is a cardboard copy of the ancient Greek architectural masterpiece of the Akropolis‘s Parthenon in Athens. Its purpose is to impart the intellectual and cultural influence of fundamental European cultural assets to the population of the disreputable Linz suburb of Auwiesen. The historical role model seeks to regain lost terrain of urban architectural and universal cultural significance. Linz’s status as the European Cultural Capital City for the year 2009 is a fitting occasion for the replica “AcropoLinz” – a cardboard symbol of Europe’s very first
Cultural Capital City in the context of the “Festival of the Religions 2009”. The position of the generous cardboard sculpture constructed by the city’s own residents stands in stark contrast to the visual manifestation of the cramped row house settlement in Linz Auwiesen. Once the constructuion of the Acropolis has been completed, this monument will be left to the public and exposed to external influences such as the elements and vandalism. The collective feat of creating this gigantic sculptural replica of an ancient momument will be pitted against fast-motion erosion and ruin.

„AcropoLinz“ kopiert als partizipatorisches Kunstprojekt, die Bevölkerung des Linzer Stadtteils Auwiesen involvierend, den Bau der Akropolis von Athen als Meisterwerk der griechischen Antike aus Pappe und intendiert die intellektuelle und kulturelle Entfaltungswirkung des fundamentalen europäischen Kulturguts auf die Bevölkerung des in Verruf geratenen Stadtteils. Gemäß dem historischen Vorbild wird durch den gemeinschaftlichen Bau der temporären Riesenskulptur versucht, an andere Stadtteile verlorenes städtebauliches wie gesamtkulturelles Terrain durch das siedlungsidentitätsstiftende Bauprojekt eines temporären Weltkulturerbes, in der durch die 80er Jahre Reihenhausarchitektur atmosphärisch geprägten Siedlung, zurückzugewinnen.
Linz – Kulturhauptstadt Europas 2009 ist Ausgangspunkt für den Bau der Akropolis Linz aus Pappe im Rahmen des partizipatorischen Kunst-Festivals der Regionen 2009, zu dem das temporäre Denkmal der Kultuvierung und Kolonialisierung Europas mit Hilfe der Bevölkerung geschaffen wird. Dem Erscheinungsbild der beengten, 80er Jahre Reihenhaussiedlung der Auwiesen steht an exponierter Stelle die großzügige Pappskulptur gegenüber. Nach der Fertigstellung der Akropolis Linz wird das Denkmal der Öffentlichkeit übergeben und Ãußeren Einflüssen wie Verwitterung, Vandalismus etc. ausgesetzt. Der kollektive Kraftakt des Erschaffens einer Riesenskulptur und des kopierten Denkmals steht die Verwitterung und Ruinierung im Zeitraffer gegenüber.

Tagebuch

ModellAkropoLinz, 2009, Pappe, 69,51 x 30,89 x 13,72 cm
Festival der Regionen 2009
Festival der Regionen 2009